Wo Eichen flüstern und Ameisen herrschen

Unterwegs in der „Ameisenstadt“ – Staatssekretär Dr. André Baumann besucht das Naturschutzgebiet Dellenhäule bei Waldhausen.


Zu einer besonderen Wanderung durch eines der eindrucksvollsten Naturschutzgebiete der Ostalb hatte Bennet Müller eingeladen. Gemeinsam mit Staatssekretär Dr. André Baumann, Landtagskandidat Bennet Müller und zahlreichen Naturinteressierten, sowie Vertretern von LEV, BUND, NABU, diversen Naturschutzgruppen und dem Schwäbischen Albverein ging es durch das Naturschutzgebiet Dellenhäule – eine einmalige Kulturlandschaft zwischen alten Eichen, Wacholderheide und einer faszinierenden Ameisenstadt.

Begrüßt wurden die Gäste am Wanderparkplatz südlich von Beuren auf dem Härtsfeld von Steffi Endig vom Kreisverband. Unter dem Motto „Unterwegs in der Ameisenstadt“ konnten sich die Teilnehmenden selbst ein Bild von der außergewöhnlichen biologischen Vielfalt und den beeindruckenden Pflegeleistungen im Schutzgebiet machen.

Staatssekretär Dr. André Baumann zeigte sich begeistert: „Wir haben hier etwas ganz Besonderes – diese Kulturlandschaft mit ihren alten Eichen ist ein Schatz, den wir bewahren müssen.“ Zwischen jahrhundertealten Eichenhainen, die seit über einem Jahrzehnt sorgfältig verjüngt werden, und artenreichen Wacholderheiden offenbarte sich die Ostalb von ihrer schönsten Seite. Nur durch extensive Schafbeweidung, wie sie hier vorbildlich praktiziert wird, können diese Lebensräume mit ihrer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt erhalten werden.

„Das Dellenhäule ist ein Schatz, den wir unbedingt erhalten müssen,“ meint Landtagskandidat Bennet Müller, „das Naturschutzgebiet gibt es seit 55 Jahren, seine Einzigartigkeit gibt es auch nur dank der Schäferei, die das Gebiet behutsam und mit viel Einsatz pflegen. Dafür gilt Herrn Rieger und Herrn Dambacher ein großer Dank. Naturschutz ist für uns eine Herzensangelegenheit.

Ein Highlight des Besuchs war die größte bekannte Kolonie der Gelben Wiesenameise im Ostalbkreis – möglicherweise sogar in ganz Baden-Württemberg. Etwa 180 Millionen Ameisen bilden hier eine „Ameisenstadt“, deren perfekt ausgerichtete Hügel ein beeindruckendes Beispiel für angepasste Lebensweise in der Kulturlandschaft sind. Die Beobachtung dieser kleinen Baumeister zeigt eindrucksvoll, wie wichtig auch oft übersehene Organismen für das Gleichgewicht des Ökosystems sind.

Besonders seltene Pflanzen wie das filigrane Katzenpfötchen oder die geschützte Mondraute gedeihen im Gebiet ebenso wie über 50 nachgewiesene Nachtfalterarten – ein Ergebnis gezielter Pflege- und Monitoringmaßnahmen.

Ralf Worm vom Landschaftserhaltungsverband betonte in seinem Beitrag: „Nur durch die gemeinsame Pflege durch Schäfer, Ehrenamtliche und den Landschaftserhaltungsverband kann dieses wertvolle Gebiet in seiner Vielfalt erhalten bleiben.“ Schäfer Markus Rieger, der mit rund 300 Schafen zur Pflege der Heide beiträgt, wurde für seinen Einsatz ebenso gewürdigt wie Anton Dambacher vom Albverein Waldhausen, der die Pflege tatkräftig unterstützt.

Andi Wenzel vom BUND sprach sich dafür aus, das Schutzgebiet auch in Zukunft zu sichern: „Damit diese außergewöhnliche Natur auch in Zukunft bestehen bleibt, braucht es klare politische und gesellschaftliche Signale.“

Zum Abschluss der Veranstaltung folgten Staatssekretär Baumann, Landtagskandidat Müller und die Gäste der Einladung zu einem gemeinsamen Vesper in Niesitz, bei dem die Gespräche rund um Naturschutz, Kulturlandschaft und politisches Engagement ihren Ausklang fanden.